Analyse

Obwohl Unternehmen in der Regel nach den Grundsätzen der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre aufgebaut sind, sind die Probleme und Aufgabenstellungen an den Sanierungsberater sehr heterogen. Insofern läuft auch jede Sanierung auf den Einzelfall bezogen sehr unterschiedlich ab. Es gibt zwar viele Checklisten und Musterberichte, die auch wir anbieten, aber nur ein erfahrener Sanierer kann abschätzen, was wirklich zum Wohle des Unternehmens, auch unter Kostengesichtspunkten, unbedingt erforderlich ist.

Egal welche Sanierungsaufgabe gestellt wird, im Vordergrund der Beratung steht die Analyse, die Ursachenforschung nach dem Misstand, der zu dem akuten Problem geführt hat sowie die Prüfung, ob nicht ein Insolvenzgrund vorliegt. Je nach Größe des Unternehmens muss sich ein Team, zusammengesetzt aus dem Unternehmen (Unternehmensspitze, Zuständige aus dem Bereich Financial und IT, Betriebsrat) und dem Sanierer auf Basis von Unterlagen, Zahlen, Fakten und Aussagen, mit den empirischen Erkenntnissen auseinander setzen. Dabei kommt es nicht darauf an Schuldzuweisungen zu machen, sondern zukunftsorientiert Konzepte realitätsgerecht zu entwickeln, die eine Meinung über eine mögliche sinnvolle und erfolgversprechende Sanierung zulassen. Die Meinungsbildung legt dabei den Grundstein für das weitere Vorgehen. Es wird immer so sein, dass bestimmte Parameter einen bestimmten angedachten Sanierungsverlauf nicht mehr zulassen, wohl aber andere Wege der Sanierung ermöglichen.

Die Analyse als Basis einer Sanierung hat sich nicht nur mit den Krisenursachen und den Schwächen des Unternehmens, denen es entgegenzuwirken gilt, zu beschäftigen, sondern auch mit den Stärken. Sie sind es, die letztendlich die Zuversicht für eine Sanierungsfähigkeit und vor allem auch eine Sanierungswürdigkeit begründen.

In eine erste Prüfung ist somit auch die zukünftige Existenzfähigkeit der Unternehmung, der Wettbewerb, das Produkt oder die Dienstleistung in ihrem Umfeld, mit ein zu beziehen.

Kommt man nach den ersten Erkenntnissen der Analyse, zu dem Ergebnis eine tragfähige Zukunft für das Unternehmen im Ganzen kann es nicht geben, dann bleibt die Prüfung, ob

  • ein Teil des Unternehmens sinnvoll fortgeführt werden kann, z. B. durch Auffanggesellschaft, Abspaltung, Aufspaltung, oder
  • eine Planinsolvenz (sanierende Insolvenz u. U. mit Eigenverwaltung) sinnvoll sein kann.
Es sollte Klarheit darüber bestehen, dass mögliche Aussagen zu diesem Zeitpunkt ohne Eintritt in die Sanierung bzw. Sanierungskonzept gemacht werden. Es handelt sich damit nur um Vermutungen, basierend auf einer Analyse, die aber für den Fortgang der Unternehmung entscheidend sein kann. Wir vertreten allerdings die Auffassung, dass nach Abschluss der Meinungsbildung und der Analyse der Handlungsweg für die Zukunft aufgezeichnet werden sollte. Ergibt das Analyseergebnis, dass durch eine geeignete Sanierung die Fortentwicklung der Unternehmung möglich ist, dann kommt man automatisch in den nächsten Tätigkeitsbereich des Sanierungsberichtes mit einem Sanierungskonzept und als letzte Stufe die tatsächliche Sanierung.

Ehrfahren Sie mehr über dieses Thema:

Einleitung
Sanierungsbericht, Sanierungskonzept, die Sanierung
Der Sanierer
Die Sanierung in der Insolvenz